Hast du überhaupt gelernt: Jauchen – Flüssige Dünger

IMG_6326

Brennesseljauche

Mit „Jauchen – Flüssige Dünger“ beginnt eine neue kleine Rubrik namens „Hast du überhaupt gelernt“ auf unserem Blog. In unregelmäßigen Abständen werden Gartenwissen, kleine Tipps und Tricks oder einzelne Pflanzen vorgestellt.

Sicher, einer Gülleschleuder ist jeder (zumindest denen vom Land) schon einmal mit leichter Abneigung begegnet. Hier handelt es sich um verflüssigten Mist von Nutztieren. Diese Art der Düngung ist im Prinzip ein Teil des natürlichen Kreislaufes und verarbeitet auf sinnvolle Weise „Abfälle“ aus der Tierhaltung. Leider stammt die Gülle oft aus Massentierhaltung, womit oft eine Überdüngung einhergeht (irgendwo muss das Zeug ja hin) und Antibiotika in den Boden und Gewässer eingeführt wird.

Da wir keine eigenen Tiere haben, kommen bei uns nur pflanzliche Dünger zum Einsatz, und zwar auch in Form von Jauchen. Diese sind einfach und in jeder erwünschten Menge, je nach Bedarf, herstellbar. Im Prinzip sind Jauchen eine Sonderration von Nährstoffen für Starkzehrer und führen zunächst einen Wachstumsschub bei. Neben Düngung wirken Jauchen auch ausgleichend, krankheitsvorbeugend und heilend und fördern die Chlorophylbildung. Regenwürmer fühlen sich in derlei behandelten Böden auch sehr wohl.

IMG_6328

Beinwelljauche

Und so wird es gemacht: Pflanzenschnitt, zum Beispiel aus Brennnesseln, in einen Behälter geben und mit Wasser aufgießen. In Kontakt mit der Luft und etwas Wärme wird sich eine Vergärung einstellen. Damit Sauerstoff hineingelangt sollte in regelmäßigen Abständen verrührt werden, denn mit Hilfe von Sauerstoff wird der Zersetzungsprozess angeregt, welcher Stickstoff und Kali aus den Pflanzen löst. Auch pflanzliche Jauchen werden sehr unangenehm riechen und beginnen zu Schäumen. Schäumt die Jauche nicht mehr (nach etwa 3 Wochen) ist sie zum Gebrauch, einfach ausgießen, fertig. Aber Vorsicht, es muss darauf geachtet werden, dass sie in nicht zu konzentrierter Form angereicht werden, um Verbrennungen und geile Triebe zu vermeiden. Je nach Konzentration sollte ein Mischungsverhältnis mit Wasser von 1:10 oder sogar 1:20 benutzt werden. Nachdem die Jauche ausgebraucht ist wird sich der unangenehme Geruch verflüchtigen.

Besonders Tomaten, Kohl und Kürbisse werden es danken. Einige Pflanzen sollten jedoch nicht gedüngt werden: Bohnen, Erbsen Zwiebeln und Knoblauch. Zur Jauchenherstellung eignen sich auch in gemischter Form: Brennnessel, Beinwell, Comfrey, Hirtentäschel, Schachtelhalm, Kamille, Löwenzahn und ganz normale Küchenkräuter. Da Brennnessel fast überall wachsen, kann diese Jauche immer als Grundlage benutzt werden.

Diese Form der Düngung, läuft beim Gießen ganz nebenbei, ist im Prinzip umsonst und ist absolut bio.

Übrigens, ob Blattläuse sich von diesen Jauchen vertreiben lassen, ist höchst umstritten. Eventuell sind dann auch Brennnesselbrühen für den akuten Einsatz besser geeignet, aber dazu irgendwann vielleicht mal mehr, wenn es wieder heißt, „Hast du überhaupt gelernt“.

Advertisements

One response to this post.

  1. Posted by Manu on 10/08/2015 at 10:04 am

    Gute Idee, die neue Kategorie! Auch wenn der Name etwas irritierend ist.. Das soll sicherlich die ‚Jugend‘ anziehen 😀

    Wobei es auch weiterhin schön wäre, die Posts einem/r bestimmten Autor/in zuordnen zu können 🙂

    Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: